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Der Weg bis hierher

calendar_today   15. Dezember 2025

Gibt es einen besseren Anlass zurückzuschauen, als wenn ein Meilenstein erreicht ist?

Wie genau meine Faszination für Schiffe angefangen hat, kann ich nicht mehr sagen. Es gibt aber sicher irgendwo einen Steckbrief von mir, in dem steht, dass ich Kapitän werden möchte. Auch wenn ich diesen Berufswunsch irgendwann losgelassen habe, ist das Interesse geblieben.

Die ersten Schritte machte ich 2016 auf dem Vierwaldstättersee mit der Motorbootsprüfung. Der hohe Treibstoffverbrauch und die Umständlichkeit das Boot zu mieten, schreckten mich aber ab. So war ich insgesamt nur zwei Mal mit dem Motorboot unterwegs.

Der nächste Schritt war die Segelprüfung. Doch zuerst mussten ein paar Dinge in meinem Leben stimmen. Ich war schon 2022 ins Aargau gezogen und hatte meine Stelle dort angetreten. Aber erst 2023 schien der Zeitpunkt richtig, um mit dem Segeln anzufangen. Ich hatte mich im Beruf eingelebt und hatte die Zeit mich zu informieren. Es fing mit einem wöchigen Segelkurs im Sommer an und noch im gleichen Jahr absolvierte ich erfolgreich die praktische Prüfung. Damit fing auch das regelmässige Segeln auf dem Hallwilersee an.

Hallwilersee

Sehr schnell merkte ich, dass mich nicht nur die Freiheit, die das Segeln versprach, lockte. Auf dem Hallwilersee ist die Freiheit schliesslich recht eingeschränkt. Mir gefiel es auch einfach auf dem Wasser zu sein, die Segel einzustellen, den Wind zu spüren und besonders auch mit meinen Leuten ein Boot zu managen.

Der Binnenschein war also geschafft. Als nächstes ging es im Sommer 2024 zum ersten Mal aufs Meer. Unter anderem wollte ich herausfinden, ob mir das überhaupt zusagte. Trotz der Seekrankheit, die mich wohl am Anfang jedes Törns begleiten wird, war es eine grossartige Reise. Von Olbia in Sardinien ging es bis nach Milazzo in Sizilien mit Zwischenstopps auf Filicudi und Stromboli. Die ersten 440 Seemeilen waren geschafft.

Die Theorieprüfung für den Hochseeschein wirkte einschüchternd, besonders im Selbststudium. Irgendwie schaffte ich es aber trotz mangelnder Selbstdisziplin die Prüfung zu bestehen. Noch am Abend vor der Prüfung bemerkte ich, dass ich eine Gezeitenaufgabe nur per Zufall richtig gelöst hatte und dass mein Vorgehen eigentlich falsch gewesen war.

So stand schliesslich 2025 vor der Tür.

Noch im Winter stand ein Karibik-Törn von Sint Maarten nach Martinique an, der sehr viele neue Erfahrungen, tolle Leute und auch spannenderes Wetter als der Sardinien-Törn brachte.

Am Steuer mit Tee

Im Frühling folgte ein Skipper-Training in Kroatien und im Sommer einen Griechenland- und Ostsee-Törn. Somit waren die 1000 Seemeilen geschafft und die Unterlagen wurden dem CCS geschickt. Gleichzeitig hatte ich mich im Sommer auch an der SRC/LRC-Funklizenz versucht. Allerdings schaffte ich es erst beim zweiten Versuch im Oktober. Die Vorbereitung im Selbststudium zeigte sich da als schwieriger.

Jetzt hatte ich alles, um mit gutem Gewissen ein Boot zu kaufen.