Segeln auf den Kanaren
02. Februar 2026
Doch zuerst eine kleine Übersicht über unseren Törn.
Tag 1 - Sonntag
Um allfälliger Seekrankheit zuvorzukommen, haben wir uns entschieden, am ersten Tag nur einen kurzen Schlag zu machen. Wir suchten ein paar Buchten an der Westküste von Teneriffa auf. Die erste war für unseren Geschmack deutlich zu eng, und so ankerten wir schliesslich am Playa Diego Hernández, der, wie wir erst dort herausfanden, ein FKK-Strand war. Leider war unsere Ankerkette nur 25 Meter lang und die Tide würde über Nacht um 1,5 Meter abnehmen. Zusammen mit unserem Tiefgang von 2,25 Metern blieb also nicht viel Spielraum, wenn man den Schwojkreis dazurechnet. Schliesslich ankerten wir in etwa 6 Meter Tiefe. Das Wetter war ruhig und wir setzten zwei Ankeralarme. So vertraute ich der Situation genug, um über Nacht dort zu bleiben. Der erste Ankeralarm (in der App C-Map) ging ca. 10-mal los, weil das GPS-Signal für ein paar Sekunden verloren ging. Der andere Ankeralarm ging erst beim Morgenessen los. Rate mal, welcher meiner war …

Tag 2 - Montag
Nun ging es nach La Gomera. Der Hafen hatte uns unseren Platz bereits frühmorgens bestätigt. Recht schnell entdeckten wir eine Gruppe Pilotwale und danach gleich noch eine zweite.
Wir mussten den ganzen Weg unter Motor zurücklegen. Schnell merkten wir aber, dass Windy den Wind schwächer anzeigte, als er sich in Wahrheit präsentierte. Vermutlich hatte das mit dem Düseneffekt zwischen den Inseln zu tun. Die betroffenen Bereiche waren jedoch nicht so, wie in gängigen Törnführern angegeben – es ist aber wohl auch kaum möglich, diese präzise vorherzusagen.
Dank des fehlenden Windes konnten wir auf halbem Weg für ein Mittagessen und einen Schwum anhalten.
Das Hafenmanöver war sehr angenehm, aber als jemand, der bei wenig Wind gerne langsame Manöver fährt, fühlte ich mich durch den Marinero ein bisschen gestresst. Wäre ich alleine unterwegs gewesen, hätte ich die Hilfe aber sicher sehr geschätzt.
Tag 3 - Dienstag
Nach einer Diskussion am Vortag entschieden wir uns für El Hierro als nächstes Ziel und beschlossen, dort einen Landgang einzulegen. Leider kam der Wind fast genau aus Westen, was es uns verunmöglichte, den geplanten Kurs zu segeln. Trotzdem waren wir motiviert und nahmen auch eine Verspätung in Kauf, um endlich ein bisschen ohne Motor fahren zu können. So kreuzten wir dreimal so hart wie möglich am Wind, bis dieser abnahm oder der Kurs zu weit vom Ziel wegführte. Wir funkten kurz vor der Ankunft die Marina an und bekamen ohne Probleme einen Platz an den halbleeren Stegen. Obwohl wir mit der Genua bis kurz vor den Hafen gesegelt waren, war es im Hafen windstill. So konnten wir trotz einbrechender Dunkelheit sehr entspannt festmachen.
Tag 4 - Mittwoch
Über den Hafentag möchte ich hier nicht allzu viel erzählen, nur dass El Hierro eine unglaublich schöne Insel ist, die sehr viel Abwechslung bietet.

Tag 5 - Donnerstag
Ein Teil der Crew stand um 4 Uhr morgens auf, um wieder Richtung La Gomera zu segeln. Leider war es teilweise bewölkt, weshalb wir den Sternenhimmel (dort immerhin Bortle-Klasse 2) nicht in seiner vollen Pracht beobachten konnten. Immerhin konnten wir viel segeln; fast bis Sonnenaufgang mussten wir den Motor nicht einmal starten. So konnten wir einen recht direkten Kurs steuern. Unterwegs funkten wir aus Interesse noch die „Mein Schiff Relax“ an, deren Crew uns sehr freundlich ihre Route mitteilte.
Tag 6 - Freitag
Der letzte Schlag ging zurück nach Las Galletas auf Teneriffa. Wieder hat uns der tatsächliche Wind positiv überrascht. Wir konnten mit bis zu 9 Knoten segeln und holten sogar das Feld der anderen Charterboote ein, die vor uns abgelegt hatten. Kurz vor unserem Ziel kamen wir jedoch in die Abdeckung und mussten zwischenzeitlich wieder den Motor dazunehmen. Immerhin ergab sich noch einmal die Gelegenheit, „Schmetterling“ zu segeln. Leider hatte die Jeanneau 410, wie fast alle Charterboote, keinen Ausbaumer, um die Genua zu fixieren, weshalb es nur ein kurzer Spass war.
Der Angestellte der Charterbasis lobte uns schliesslich noch für ein gelungenes Hafenmanöver in eine etwas enge Box (danke an dieser Stelle meiner sehr guten Crew! ;) und der Segelteil der Ferien war vorbei.